Bedeutung und Umsetzung der SDGs an konkreten Beispielen

Was sind die SDGs und wie werden sie im Naturschutz umgesetzt? 

Darum geht's

In diesem Artikel erfährst du, was die 17 Nachhaltigkeitsziele oder SDGs der UN (United Nations/Vereinten Nationen) sind und wie sie dabei helfen sollen, das Klima oder Biodiversität zu schützen. Am Beispiel von Wilderness International erklären wir dir, wie und auf welche SDGs unsere Arbeit direkt und indirekt einzahlt.
UN-Nachhaltigkeitsziele 10, 11, 4, 15, 13, 12, 6, 17, 14 mit Symbolen auf Farbkacheln vor grünem Laubhintergrund.
Unsere Stiftungsarbeit zahlt auf diese 9 SDGs ein. 

Artikel im Überblick

  • Die Vereinten Nationen haben in der Agenda 2030 17 Nachhaltigkeitsziele – die SDGs – verabschiedet. 
  • Diese Ziele sollen einen gemeinsamen Aktionsplan für alle UN-Mitgliedstaaten vorgeben, um eine bessere und nachhaltigere Zukunft zu gestalten. 
  • Die SDGs sind universell und zum Teil abstrakt formuliert, was ihre Umsetzung erschwert. 
  • Wir erklären anhand unserer tatsächlichen Stiftungsarbeit die 9 SDGs, auf die wir einzahlen. 
  • Um die SDGs erfolgreich global umzusetzen, erfordert es ein Zusammenspiel der wirtschaftlichen Akteure (CSR) und individueller Qualifikationen (IDGs). 

Bedeutung: Was sind die SDGs?

  • Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) oder Nachhaltigkeitsziele sind ein international anerkannter Rahmen für eine gerechte, lebenswerte und nachhaltige Zukunft. Sie wurden erstmals 2015 innerhalb der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) in einen konkreten Fahrplan umgesetzt, mit dem weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahrt werden sollen. Seitdem gelten diese Ziele als vielseitig genutzter Kompass, beispielsweise für Unternehmen (z. B. in Form von CSR) oder private Initiativen. 

Insgesamt gibt es diese 17 Nachhaltigkeitsziele: 

Ziel 1: Keine Armut 
Ziel 2: Kein Hunger 
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ziel 4: Hochwertige Bildung 
Ziel 5: Geschlechtergleichheit 
Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen 
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie 
Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum 
Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur 
Ziel 10: Weniger Ungleichheiten 
Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden 
Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion 
Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz 
Ziel 14: Leben unter Wasser 
Ziel 15: Leben an Land 
Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen 
Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Im nächsten Kapitel erklären wir dir die SDGs 4, 6, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 17 am Beispiel von Wilderness International. Wir zeigen dir ganz transparent, wie und welche unserer Projekte auf diese Nachhaltigkeitsziele einzahlen. 

SDGs in der Praxis am Beispiel von Wilderness International

Auch für uns sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung ein Kompass: Sie helfen uns sicherzustellen, dass unsere Projekte nicht nur Wälder schützen, sondern auch Bildung fördern, Ungleichheiten abbauen und die Klimaresilienz stärken.

Unsere Arbeit zahlt direkt auf folgende 6 Nachhaltigkeitsziele ein:

SDG 4 - Hochwertige Bildung für alle

Echter Naturschutz entsteht, wo Menschen Wildnis erleben und verstehen. Deshalb setzen wir auf Umweltbildung in Kanada, Peru und Deutschland. In Peru arbeiten Waldhüter:innen mit lokalen Gemeinden zusammen. In Kanada nehmen wir mit Eagle Wing Tours Schulklassen in die temperierten Regenwälder der Fjorde – Schüler:innen erleben dort direkt, wie fragil intakte Ökosysteme sind. In Deutschland mobilisiert der Wildnislauf jährlich Tausende junge Menschen für ihren Einsatz im weltweiten Artenschutz.

SDG 6 - Sauberes Wasser

Wälder erschaffen ihren eigenen Regen: Die Pflanzen des Amazonasbeckens transpirieren täglich 20 Milliarden Tonnen Wasser – 20-mal mehr als über dem Meer verdunstet. Der Wald speist sich selbst.

Gleichzeitig filtert der Regenwald natürlich: Regenwasser versickert im Waldboden und wird gereinigt. Ohne Wald fließt Wasser direkt ab – regionale Wasserkreisläufe zerbrechen, Trockenheit breitet sich aus. Das zeigt sich bereits jetzt mit steigenden Abholzungsraten. Jeder geschützte Quadratmeter Regenwald sichert lokale und globale Wasserkreisläufe.

SDG 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz

Bis 2030 muss die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden. Intakte Wälder spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie speichern so viel CO2, wie in der gesamten Atmosphäre vorhanden ist. Zerstören wir sie, entweicht mehr CO2, als wir in absehbarer Zeit wieder binden können. Waldzerstörung und Moorentwässerung verursachen 10 bis 15% aller jährlichen globalen Emissionen. Indem wir deutsche Wälder und Moore schützen, bremsen wir diese Entwicklung – lokal, messbar und wirksam.

SDG 14 - Leben unter Wasser

SDG 14 fordert, dass bis 2025 alle Arten der Meeresverschmutzung, insbesondere durch vom Lande ausgehende Tätigkeiten, verhütet und erheblich verringert werden. Wenn Wälder abgeholzt werden, werden ihre nährstoffreichen Mutterböden vom Regen weggeschwemmt. Die Erde wird in die Flüsse gespült, die dadurch eutrophieren und zu viele Nährstoffe ins Meer bringen. Indem wir Wälder und ihre Flüsse schützen, verhindern wir also auch die Meeresverschmutzung und unterstützen so direkt die Erreichung von SDG 14.

SDG 15 - Leben an Land

SDG 15 verlangt bis 2030 den Schutz und die Wiederherstellung von Landökosystemen und Wäldern. Durch den Schutz intakter Wälder verhindern wir Entwaldung, Bodendegradation und Wüstenbildung – und ermöglichen gleichzeitig die Renaturierung angrenzender Gebiete. Nur wenn bestehende Wildnis erhalten bleibt, kann sich die Artenvielfalt von dort aus wieder ausbreiten und geschädigte Flächen heilen – besonders jene, die von Dürre, Überschwemmungen und Wüstenbildung bedroht sind.

SDG 17 - Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Im Sinne von SDG 17 bilden wir wirksame zivilgesellschaftliche Partnerschaften zur Förderung von Nachhaltigkeit, vor allem im privatwirtschaftlichen Sektor. Ohne unsere Unternehmenspartner könnten wir nicht so viel Urwald schützen wie bisher. Sie übernehmen Verantwortung und gehen mit ihrem Naturschutzengagement teils sogar als Pioniere in ihrer Branche voran.

Folgende 3 UN-Nachhaltigkeitsziele fördern wir durch unsere Arbeit zudem indirekt:

SDG 10 - Weniger Ungleichheiten

Wir arbeiten in Regionen mit strukturellem Machtgefälle und benennen dies bewusst. Durch langfristige Partnerschaften, faire Gehälter, Stipendien und Kapazitätsaufbau bauen wir gezielt Ungleichheiten ab. Wir verstehen uns nicht als „westliche Lösung", sondern als lernende Organisation im direkten Austausch mit lokalen Akteur:innen und indigenen Gemeinschaften. Das heißt auch: unsere eigene Rolle kritisch zu reflektieren – etwa beim Umgang mit First Nations in Kanada oder lokalen Gemeinschaften in Peru.

SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

Auch auf kommunaler Ebene ermöglichen wir Wandel. In unserem Agroforstprojekt mit peruanischen Landwirt:innen verbinden wir seit 2023 nachhaltige Produktion, lokale Selbstversorgung und ökologischen Wiederaufbau. Unser Ziel ist es, resiliente Gemeinden zu fördern, die aktiv zur Klimastabilisierung beitragen. In Dresden haben wir in der Vergangenheit mit dem Projekt “Mein Baum – Mein Dresden” nicht nur das Stadtklima verbessert, sondern auch das Bewusstsein für globale Zusammenhänge gestärkt.

SDG 12 - Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Unsere Partnerunternehmen schützen mit jedem Produkt ein Stück Urwald. Sie berechnen ihren CO2-Fußabdruck und gleichen ihn durch Urwaldschutz aus – zusammen mit ihren Kund:innen, die den Unternehmenswald durch Spenden selbst wachsen lassen. So leisten wir gemeinsam einen konkreten Beitrag zu SDG 12.

Wie kann man die SDGs am besten umsetzen?

Ein zentraler Schlüssel zur Erreichung der Sustainable Development Goals liegt in der Verschränkung aller Ebenen: 

  • SDGs sind die großen globalen Ziele und setzen den übergeordneten Rahmen.
  • Die Corporate Social Responsibility ist die Brücke, mit der Unternehmen die globalen Nachhaltigkeitsziele in real umsetzbare Strategien und Projekte übersetzen können. 
  • Die Inner Development Goals ergänzen den Komplex um die individuellen Schlüsselkompetenzen und legen den Fokus auf die Menschen, welche die entsprechenden Strategien und Projekte umsetzen müssen. 

Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn alle Akteure erkennen, dass die Entwicklung der inneren Fähigkeiten – der IDGs – die Grundlage für eine erfolgreiche CSR-Strategie ist, die wiederum zur Erreichung der globalen Ziele beiträgt

All das zeigt, dass es uns beim Waldschutz keineswegs nur um Bäume geht. Als gemeinnützige Stiftung fördert unsere Arbeit ganzheitliche und langfristige Nachhaltigkeitslösungen für Natur und Menschen. Und jede einzelne Spende trägt dazu bei.

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