Wie schützt man seriös und sicher den Regenwald?
Darum geht's
Waldschutz ist nicht gleich Waldschutz. Denn wirksamer Waldschutz muss internationale Qualitätskriterien erfüllen: der Schutz muss zusätzlich, dauerhaft und frei von Verlagerung sein. In diesem Beitrag erklären wir dir diese Kriterien am Beispiel von Wilderness International. Denn uns bescheinigt das Gutachten des BAUM e.V. nachweislich wirksamen Regenwaldschutz.
Ergebnis des BAUM e.V.-Gutachtens:
Wilderness International arbeitet nachweislich wirksam, transparent und dauerhaft schützend. Unsere Stiftungsarbeit wird als "ein zukunftsweisendes Modell für den Schutz von Wildnisgebieten" bewertet.

Artikel im Überblick
Nachweislich wirksamer Waldschutz muss 3 Qualitätskriterien erfüllen: Zusätzlichkeit, Dauerhaftigkeit und Verlagerungsfreiheit
Zusätzlichkeit bedeutet, dass ein Schutzprojekt tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen für Klima und Artenvielfalt schafft.
Dauerhaft bedeutet, dass der Schutz langfristig (mind. 30 Jahre) und verlässlich sein muss.
Verlagerungsfreiheit meint lückenlos.
Ein fundiertes Gutachten des BAUM e.V. bescheinigt Wilderness International die Erfüllung dieser internationalen Kriterien.
Was unseren Waldschutz auszeichnet ist die Ganzheitlichkeit.
Neben unserem Schutzkonzept gibt es weitere Wege, den Regenwald zu schützen. Wie Lobbyarbeit, Kampagnenarbeit oder Aufforstung.
An diesen 3 Kriterien erkennst du seriösen und nachhaltigen Waldschutz
Eine Organisation, die verspricht, den Regenwald zu schützen, ist nur dann seriös und ihre Arbeit nachhaltig, wenn der Schutz echt, messbar und dauerhaft ist. Werden diese Standards nicht rigoros erfüllt, drohen die Schutzwirkung und damit ggf. deine Spendengelder zu verpuffen.
Hinter “echt, messbar und dauerhaft” verbergen sich die 3 internationalen Qualitätskriterien für wirksame Schutzprojekte:
- Zusätzlichkeit (Additionalität)
- Dauerhaftigkeit (Permanenz) und
- Verlagerungsfreiheit (Leckagefreiheit).
Im Folgenden erklären wir dir diese Fachbegriffe.

Zusätzlich, dauerhaft und frei von Verlagerung geschützt: Wilderness International kauft bedrohte Waldstücke, um sie für immer zu schützen. Refinanziert werden diese Käufe durch Spenden und der langfristige Schutz gesichert. Jeder Quadratmeter wird nur einmal vergeben.
Zusätzlichkeit: Tatsächlich wirksamer Schutz
Zusätzlichkeit bedeutet, dass ein Schutzprojekt einen echten, zusätzlichen Nutzen für Klima und Biodiversität schafft, also eine Wirkung erzielt, die ohne das Projekt nicht eingetreten wäre. Sie stellt sicher, dass jeder geschützte Quadratmeter Wald tatsächlich eine neue, messbare Schutzleistung bedeutet und nicht bloß bestehende Maßnahmen doppelt gezählt oder umetikettiert werden.
Ein Projekt gilt nur dann als zusätzlich, wenn es mehrere Voraussetzungen erfüllt:
- Referenzszenario (Baseline): Es muss ein glaubwürdiges Szenario erstellt werden, das zeigt, wie sich der Wald ohne das Projekt entwickelt hätte.
- Keine gesetzliche Pflicht: Die Emissionsvermeidung darf nicht gesetzlich vorgeschrieben sein. Es muss also freiwillig und über gesetzliche Anforderungen hinausgehen.
- Keine Finanzierung durch bereits existierende Programme: Die Emissionsminderungen dürfen nicht bereits durch andere Programme oder staatliche Förderungen abgedeckt sein.
- Intervention des Projekts: Das Projekt muss aktiv Maßnahmen ergreifen, die den Waldschutz sicherstellen.
Nur wenn all diese Dimensionen erfüllt sind, ist der Schutz eines Waldgebietes tatsächlich zusätzlich wirksam und trägt real dazu bei, den Verlust von Biodiversität und Kohlenstoffspeichern aufzuhalten.
Dauerhaftigkeit: Dauerhaft und langfristiger Schutz
Dauerhaftigkeit bedeutet, dass der erzielte Schutz langfristig und verlässlich ist. Ein Projekt erfüllt dieses Kriterium nur, wenn die geschützten Flächen und ihre ökologischen Werte (etwa gespeicherter Kohlenstoff, Lebensräume oder Artenvielfalt) über viele Jahrzehnte hinweg erhalten bleiben.
In internationalen Standards werden meist Zeiträume von mindestens 30 Jahren als dauerhaft betrachtet. Bei Wilderness International hingegen streben wir wirklich lange Zeiträume an. Damit wollen wir den Anspruch echter Dauerhaftigkeit in seiner konsequentesten Form erfüllen. Denn während viele Projekte zeitlich befristet arbeiten, werden die Wälder hier dauerhaft aus der Nutzung genommen – über Generationen hinweg.
Um die Dauerhaftigkeit rechtlich abzusichern, arbeiten wir als Rechtsform der Stiftung: Sie erlaubt es wie keine andere Organisationsform, einen (gemeinnützigen) Zweck dauerhaft und unabhängig von fremden Interessen zu verwirklichen. Außerdem arbeiten wir nur in Ländern, die stabile Rechtssysteme haben, und kaufen Land nur mit offiziellem Grundbucheintrag.
Verlagerungsfreiheit: Lückenloser Schutz
Verlagerungsfreiheit stellt als Qualitätskriterium sicher, dass der durch ein Projekt erzielte Schutz nicht einfach dazu führt, dass die Entwaldungsaktivitäten an einen anderen Ort verlagert werden.
Erfüllt Wilderness International diese Qualitätskriterien?
Wir haben ein umfassendes Prozessgutachten beim “Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management” (BAUM e.V.) in Auftrag gegeben.
Das Ergebnis bestätigt: Wilderness International erfüllt alle 3 internationalen Qualitätskriterien. Unsere Schutzarbeit ist zusätzlich, dauerhaft und frei von Verlagerung:
- Unsere Projekte erfüllen alle Kriterien der Zusätzlichkeit – ökologisch, finanziell und gesetzlich sowohl buchhalterisch-transparent.
- Dank der Eigentumstitel, die wir beim Landkauf erwerben, und der Grundbucheinträge ist unser Waldschutz langfristig.
- Dank unseres ganzheitlichen Ansatzes gibt es keine Verlagerung in benachbarte Waldgebiete.
Das Gutachten vom BAUM e. V. bewertet unsere Arbeit als „Best-Practice-Beispiel für integrierten, wissenschaftlich fundierten Waldschutz“.
Wilderness International erreicht seine satzungsgemäßen Ziele in hohem Maße. Die Stiftung setzt den Schutz ökologisch wertvoller Wildnisgebiete erfolgreich durch rechtssicheren Flächenerwerb und langfristige Zweckbindung um. Darüber hinaus fördert sie Bildung, Forschung, interkulturellen Austausch und den Transfer von Umwelttechnologien mit innovativen Projekten in Kanada, Peru und Deutschland. Die Maßnahmen sind breit aufgestellt, gut dokumentiert und zeigen eine wirksame Verknüpfung von Naturschutz, wissenschaftlicher Arbeit und gesellschaftlichem Engagement.
Rainer Kant
Senior Referent, BAUM e.V.
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Im Secret Forest bei der Arbeit: Rainer Kant erhebt mit Marie Schreiber für das Gutachten Daten.
Das ganzheitliche Schutzkonzept: So schützen wir Regenwald
Bei Wilderness International arbeiten wir ganzheitlich. Das bedeutet, dass der Kern unseres Schutzkonzepts auf 4 wichtigen Säulen aufbaut: Landkauf, Forschung, Umweltbildung und lokale Schutzarbeit. Damit geht unser Waldschutz bereits weit über das Prinzip "Fläche kaufen und schützen" hinaus.
Das Gutachten des BAUM e. V. hebt unsere Arbeit als „integriertes, systemisches Modell für modernen Waldschutz“ hervor. Dipl.-Forstwirt Rainer Kant, einer der erfahrensten Fachgutachter für Biodiversität und Waldökosysteme, bescheinigt unserem Schutzkonzept
- Integrativität,
- Systemdenken,
- Multidimensionalität,
- Interdisziplinarität und
- Ganzheitlichkeit.
Kurz gesagt bedeutet das in den Worten Rainer Kants: “Die Organisation verbindet unterschiedliche Perspektiven, Methoden und Akteure miteinander, um ihre Ziele wirkungsvoll und nachhaltig zu erreichen. Dieser methodisch vielschichtige und moderne Naturschutzansatz stellt ein zukunftsweisendes Modell für den Schutz von Wildnisgebieten dar.”
Was das ganz konkret bedeutet, erklären wir euch in den folgenden Abschnitten.
Integrativ: Wir verknüpfen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft
Der integrative Ansatz zeigt sich darin, dass Wilderness International verschiedene gesellschaftliche Bereiche miteinander verknüpft:
- Wissenstransfer: Umwelt- und Klimaschutz werden mit Bildungsarbeit, technologischen Innovationen und wirtschaftlichen Finanzierungsmodellen kombiniert.
- Stakeholder: Unternehmen, Schulen, Wissenschaftler:innen und lokale und indigene Gemeinschaften werden aktiv eingebunden.
Dadurch entstehen Synergien zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.
Systemisch: Wir wirken langfristig und weitreichend
Bei unserer Arbeit betrachten wir den Schutz eines Regenwaldstücks niemals isoliert. Wir arbeiten systemisch, indem wir die ökologischen Herausforderungen im größeren Zusammenhang sehen.
Jedes von uns geschützte Waldstück ist Teil eines komplexen ökologischen Netzwerks und entfaltet als solches direkten Einfluss auf das globale Klima, die Biodiversität und den regionalen Wasserhaushalt.
Durch dieses tiefgreifende systemische Denken gestalten wir unsere Schutzmaßnahmen so, dass sie langfristige und weitreichende Wirkungen erzielen. Kurz gesagt: Wir sichern nicht nur eine Fläche, sondern die lebenswichtigen globalen Funktionen des Ökosystems.
Multidimensional: Wir machen Waldschutz erlebbar und transparent
Wir agieren multidimensional, denn unsere Schutzarbeit entfaltet ihre Wirkung auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig.
- Ökologisch sichern wir artenreiche Lebensräume.
- Ökonomisch finanzieren wir den Schutz durch Flächenpatenschaften und CO2-Kompensationen.
- Technologisch nutzen wir innovative Werkzeuge wie Drohnen, Satellitenbilder und eDNA zur Überwachung.
- Pädagogisch machen wir Umweltschutz durch Bildungsprojekte (z. B. Wildnisläufe) an Schulen erlebbar und realisieren lokale Projekte gemeinsam mit den Menschen der Region
- Konkret erlebbar machen wir den Waldschutz durch die Vergabe der genauen Geokoordinaten für geschützte Flächen.
Durch diesen Ansatz setzen wir Umwelt- und Klimaschutz nicht nur praktisch um, sondern machen ihn auch nachvollziehbar und erfahrbar.
Interdisziplinär: Wir setzen auf breites Fachwissen
Ein weiterer zentraler Aspekt unserer Arbeit ist die interdisziplinäre Arbeitsweise. Wir bringen Expert:innen aus vielfältigen Bereichen zusammen, darunter Biologie, Geografie, Informatik, Pädagogik und Umweltwissenschaft.
Diese Bandbreite an Fachwissen ermöglicht es uns, fundierte Entscheidungen zu treffen, innovative Lösungen für komplexe Probleme zu entwickeln und die Zusammenhänge des Regenwaldschutzes verständlich zu vermitteln.
Ganzheitlichkeit: Das Ergebnis unserer Arbeit
All diese Ansätze fließen schließlich in ein ganzheitliches Verständnis von Naturschutz ein. Wir betrachten nicht nur die ökologische Komponente, sondern auch die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Dimensionen.

Ganzheitlich: Mit rechtlichen, institutionellen, sozialen und ökologischen Schutzmaßnahmen sorgen wir dafür, dass die heute geschützten Wälder auch in ferner Zukunft noch bestehen bleiben.
Wie schützen andere Organisationen den Regenwald?
Neben dem ganzheitlichen Schutzkonzept von Wilderness International, das viele der folgenden Ansätze kombiniert, gibt es weitere Wege, den Regenwald zu schützen:
- Politischer Einfluss & Lobbyarbeit: Organisationen üben Druck auf Regierungen aus, um strengere Umweltgesetze zu erlassen und internationale Handelsabkommen zugunsten des Waldschutzes zu beeinflussen.
- Lokale Schutz- & Entwicklungsarbeit: Der Fokus liegt auf der direkten Unterstützung indigener und lokaler Gemeinschaften, um nachhaltige Einkommensquellen und die Eigenverwaltung ihrer Schutzgebiete zu fördern.
- Aufklärungs- & Kampagnenarbeit: Mit Hilfe von Medienkampagnen und Bildungsarbeit wird ein globales Bewusstsein für die Bedrohung geschaffen und öffentlicher Druck gegen entwaldungsverantwortliche Akteure aufgebaut.
- Zertifizierungen & Standards: Es werden internationale Nachhaltigkeitsstandards (z. B. für Palmöl oder Holz) entwickelt und überwacht, um eine transparentere und nachhaltigere Unternehmensführung zu gewährleisten.
- Finanzielle Anreize (REDD+): Länder werden über Mechanismen wie REDD+ finanziell belohnt, wenn sie die Emissionen aus Abholzung nachweislich reduzieren, um den Schutz des Waldes ökonomisch attraktiv zu machen.
- Stärkung indigener Rechte: Der Schutz der Landrechte und die Unterstützung von indigenen Menschen sind essenziell, da indigene Völker zu den effektivsten Bewahrern des Regenwaldes zählen.
- Wiederherstellung (Aufforstung): Geschädigte Gebiete werden durch gezielte Aufforstung und die Renaturierung von Ökosystemen (z. B. Torfmoorwäldern) wiederhergestellt, um die Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung zu sichern.
Warum sollten wir den Regenwald überhaupt schützen?
Als Menschheit sollten wir ein natürliches Interesse daran haben, den Regenwald zu bewahren. Denn schützen wir die Regenwälder, bewahren wir auch die essentiellen Ökosystemleistungen des Regenwalds – von denen wir alle profitieren.
Der gigantische Wert der Regenwälder
Der Wert der Regenwälder für unseren Planeten, uns Menschen und damit auch unsere Zukunft ist nahezu unermesslich:
- Klimastabilität: Tropische Regenwälder speichern Milliarden Tonnen CO2 und stabilisieren das Weltklima.
- Wasserkreislauf: Regenwälder speichern Wasser, erzeugen Niederschläge und sichern so die Wasserversorgung.
- Biodiversität: Regenwälder sind das Zuhause von 50-75 % aller Tier- und Pflanzenarten weltweit.
- Heimat indigener Völker: Regenwälder sind die Heimat vieler indigener Völker, deren Wissen über die nachhaltige Nutzung und Heilkräfte der Natur unschätzbar kostbar ist.
- Bodenschutz: Intakte Regenwälder verhindern Bodenerosion und sichern damit fruchtbare Anbauflächen sowie Rohstoffverfügbarkeit.
- Globale Lieferketten: Viele Export- und Importprodukte hängen direkt von intakten Ökosystemen in den Tropen ab – vom Kaffee über Kautschuk bis hin zu Holz und Kakao.
Wichtig: Wir sollten Regenwälder nicht auf einzelne Aspekte reduzieren und als “Rohstofflieferanten” ansehen. Sie sind ein essentielles, sich selbst regulierendes Ökosystem, das unverzichtbar für die gesamte Menschheit und das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten ist.
Abholzung: Unsere Regenwälder sind existenziell bedroht
Die Regenwälder unserer Erde werden durch Abholzung und Brandrodung zerstört, um Flächen für die Landwirtschaft und andere gewinnbringende Projekte zu schaffen:
- Rinderzucht: Die größte Fläche wird oft für die Schaffung von Weideland für die Rinderzucht gerodet.
- Agrar-Expansion: Die Expansion von Monokulturen wie Soja (hauptsächlich als Futtermittel für die globale Massentierhaltung) und Palmöl (für Lebensmittel, Kosmetika und Biosprit) ist eine massive Bedrohung, insbesondere in Südamerika und Südostasien.
- Bergbau und Rohstoffe: Der Abbau von Mineralien und Rohstoffen (wie Gold, Eisen oder Bauxit) führt zur Zerstörung großer Flächen und zur Umweltverschmutzung (z. B. durch Quecksilber beim Goldabbau).
- Holzgewinnung (Logging): Die illegale und unkontrollierte Abholzung von Edelhölzern zur Holzgewinnung schafft nicht nur Lücken im Wald, sondern macht die Gebiete auch für weitere Rodungen und Besiedlungen zugänglich.
- Infrastrukturprojekte: Der Bau von Straßen, Staudämmen und anderer Infrastruktur erschließt abgelegene Waldgebiete und fördert die weitere Zerstörung.
Schütze mit uns wertvollen Regenwald
Dein Beitrag für eine Welt, die atmet: Mit jeder Spende sicherst du wertvollen Regenwald in Peru oder der Westküste Kanadas und bewahrst damit auch unsere eigene Lebensgrundlage.
Intakte Wälder versorgen uns mit Wasser und sauberer Luft und stabilsieren das globale Klima. Schütze sie mit uns: quadratmetergenau und mit Urkunde.
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