Wilderness International erweitert Forschungsnetzwerk in Kanada  zur wissenschaftlichen Ökosystemanalyse

Worum geht's?

Wilderness International berichtet über die Erweiterung seiner Forschungsallianz in Kanada durch einer strategischen Allianz  mit dem Bamfield Marine Sciences Centre (BMSC) und dem dahinter stehenden Netzwerk der Pacific Marine Science Alliance (PMSA). Zu diesem gehören renommierte Institutionen wie die University of Calgary, die University of British Columbia, die Simon Fraser University, die University of Alberta und die University of Victoria. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen die Erforschung der Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen terrestrischen und marinen Ökosystemen sowie die praxisnahe Ausbildung von Nachwuchs-Umweltschützer:innen. 

Den Grundstein für unsere Partnerschaft mit dem Bamfield Marine Science Center haben wir auf unserer Kanada-Expedition 2025 gelegt. 

Echte Feldforschung zur Ergänzung akademischer Arbeit

Die Expedition 2025 auf Porcher Island diente als Pilotprojekt, um die Integration von Nachwuchsforschern in die operativen Abläufe von Wilderness International zu evaluieren. Michael Zhang, Biologiestudent an der University of Calgary, begleitete das Team, um theoretische Kenntnisse der biologischen Wissenschaften unter realen Feldbedingungen anzuwenden, die im universitären Curriculum oft nicht ausreichend abgebildet werden können.

 

Dr. Sean Rogers, Executive Director des Bamfield Marine Sciences Centre, unterstreicht die Relevanz dieser Kooperation:

 

Forschungsbasiertes Erfahrungslernen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit am Bamfield Marine Sciences Centre. Es ist großartig, dass Wilderness International Canada mit unseren Bachelor-Studierenden zusammenarbeitet, um ihnen zu ermöglichen, Feldforschung in Gebieten wie Porcher Island zu erleben, und ich weiß, dass Erfahrung wie diese für unsere Studierenden prägend sind.

Dr. Sean Rogers

Executive Director des Bamfield Marine Sciences Centre

Zhang unterstützte die tägliche Forschungsarbeit, von Biodiversitätsmonitoring, über Moorforschung bis zu seiner eigenständig durchgeführten Arteninventur der Gezeitenzone  und fasste seine Erfahrungen in einem Abschlussbericht zusammen. 

In die Feldarbeit einzusteigen ist für Studenten in diesem Stadium extrem selten. Zu sehen, wie man Wissen anwendet, um einen echten Impact für die Welt zu erzielen, war augenöffnend.

Michael Zhang

Biologie-Student

Zhang hatte durch seinen ersten Feldbesuch die Möglichkeit Schlüsselerfahrungen zu machen, die Forscher:innen und Umweltschützer:innen von Morgen qualifizieren:

  • Logistische Schwerstarbeit: Naturschutz bedeutet nicht nur Datenanalyse, sondern auch das Tragen von schwerem Equipment durch unwegsames Gelände und das Zusammenleben im Zeltlager über Wochen hinweg.
  • Methodik im Feld: Unter Anleitung von Experten wie Chris Ketola (Biodiversität) und Prof. Jürgen Kreyling (Moorforschung) lernte er den Einsatz von Kamerafallen, Akustik-Sensoren und die Entnahme von Bodenproben mit dem Moor-Bohrer.
  • eDNA & Biodiversität: Michael unterstützte bei Aufbau von Malaise-Fallen für Insekten, deren Proben mittels eDNA-Analyse identifiziert werden, um eine genetische Datenbank der lokalen Fauna zu erstellen. Neben dem Erstellen einer Arteninventur, können damit auch neue Arten entdeckt und inventarisiert werden.

Auftakt für weitere lokale Forschungs- und Bildungsarbeit

Die erfolgreiche Teilnahme von Michael Zhang auf Porcher Island markierte den operativen Startpunkt einer langfristig angelegten Synergie. Dieser „Testlauf“ war essentiell, um gemeinsame Kommunikationswege zu etablieren, logistische Schnittstellen zwischen Wilderness International und dem Universitätsnetzwerk zu synchronisieren und ein Fundament des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Auf Basis dieser positiven Evaluierung weitet Wilderness International seine Aktivitäten in British Columbia nun signifikant aus.

 

In enger Abstimmung mit dem Universitätsnetzwerk und lokalen Partnern sind bereits die weitere Projekte geplant, um den Schutz der Küstenregenwälder wissenschaftlich und gesellschaftlich fest zu verankern:

  • Gemeinsames Flächenmanagement & First Nations Partnership: In Kooperation mit lokalen First Nations werden Modelle zur gemeinsamen Verwaltung von Waldflächen der Universitäten geprüft. Ziel ist es, indigenes Wissen über das Land mit Wissenschaft zu vereinen und die Flächen dauerhaft der kommerziellen Nutzung zu entziehen.
  • Gemeinsame Feldforschung: Die kommende Feldphase auf Porcher Island wird das Baseline-Monitoring ausweiten. Auch Wissenschaftler:innen des Universitätsnetzwerks bekommen so Zugang zu schwer erreichbaren Wildnisgebieten, um Wissenslücken zu schließen.
  • Wissenschaftskommunikation & Bildung: Durch die Kooperation werden gewonnene Forschungsdaten nicht nur akademisch genutzt, sondern auch für gemeinsame Bildungsprogramme aufbereitet. Dadurch werden junge Menschen frühzeitig für die Relevanz intakter Ökosysteme begeistert.

 

Diese Synergie verdeutlicht: Forschung und aktiver Naturschutz dürfen sich nicht als getrennte Disziplinen verstehen. Sie müssen sich gegenseitig stützen, um in der aktuellen globalen Klimakrise wirklich handlungsfähig zu bleiben. Wir blicken mit großer Vorfreude auf die kommenden Projekte in diesem Netzwerk. Denn wir sind überzeugt, dass wir nur durch diese enge Verzahnung von wissenschaftlicher Evidenz und operativem Schutz das Ruder noch rechtzeitig herumreißen können, um die einzigartige Schönheit und ökologische Integrität der Wildnis für die Zukunft zu bewahren.

 

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