Wir schützen Wald nachweislich wirksam

Gutachten von BAUM e.V. 

Wie viel Wirkung hat unser Waldschutz wirklich?

Um genau das zu prüfen, lassen wir unsere Arbeit regelmäßig extern unter die Lupe nehmen. Bereits in der Vergangenheit wurde unser Ansatz mit dem PHINEO „Wirkt“-Siegel für transparente und wirkungsvolle Arbeit ausgezeichnet.

 

Um unsere Wirkung aktuell erneut zu prüfen, haben wir im Frühjahr 2025 zusätzlich ein umfassendes Prozessgutachten beim Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (BAUM e.V.) in Auftrag gegeben. Die Begutachtung wurde von Dipl.-Forstwirt Rainer Kant, Senior-Referent für Biodiversität und Ökosysteme bei BAUM e.V., durchgeführt, einem der profiliertesten Nachhaltigkeitsexperten Deutschlands. 

Ergebnis des Gutachtens

Wilderness International arbeitet nachweislich wirksam, transparent und dauerhaft schützend. Unsere Stiftungsarbeit wird als "ein zukunftsweisendes Modell für den Schutz von Wildnisgebieten" bewertet.

Über den Gutachter: Rainer Kant  – Senior Referent für “Biodiversität & Ökosysteme” mit Schwerpunkt “Waldökosysteme” bei BAUM e.V.

 

Rainer Kant gilt als einer der erfahrensten Fachgutachter für Biodiversität und Waldökosysteme in Deutschland. Seit über 20 Jahren begleitet er Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Einrichtungen beim Aufbau nachhaltiger Umweltstrategien.

 

Er lehrt ökologische Nachhaltigkeit an der Hamburg School of Business Administration und hat zahlreiche Leitfäden und Fachpublikationen zur Schnittstelle von Wald, Wirtschaft und Biodiversität verfasst. Seine Expertise macht ihn zu einem der wenigen in Deutschland, die sowohl forstlich-wissenschaftlich als auch wirtschaftlich fundiert die Wirkung von Naturschutzprojekten bewerten können.

Aus dem peruanischen Regenwald: Rainer Kant teilt seine Erkenntnisse und Eindrücke aus den Schutzgebieten von Wilderness International – und weshalb wir im Gutachtenprozess überzeugt haben. 

Ziel und Methodik des Gutachtens

Das Prozessgutachten wurde beauftragt, um aufbauend auf der Phineo-Wirkt Messung, welche wir 2023 nach einem 6-monatigem Prozess bestanden haben, die Wirkung, Transparenz und Nachhaltigkeit unserer Arbeit unabhängig zu überprüfen und nachvollziehbar in Berichtsform darzulegen.

 

Für die Erstellung des Gutachtens wurden folgende Ziele in absteigender Reihenfolge festgelegt:

  • Evaluation der Prozesse des Kerngebietes hinsichtlich der Wirksamkeit einschließlich der Zusätzlichkeit.
  • Herausarbeitung der Mehrwerte der WI-Projekte aus Unternehmenssicht inkl. deren Verwendungsmöglichkeiten für Reporting-Anforderungen und der unternehmerische Nutzen im non-reporting-Bereich.
  • Vorschläge für Prozessverbesserungen zur Weiterentwicklung der Projekte.
  • Vorschläge für die Messung und Sichtbarmachung von Waldökosystemleistungen und deren Veränderungen.

Zur Beantwortung dieser Fragen kombinierte Kant qualitative und quantitative Verfahren:

  1. Vor-Ort-Besuch in Peru (April 2025) in den Schutzgebieten des Secret Forest.
  2. Interviews mit Mitarbeiter:innen von Wilderness International, Partnerorganisationen, Wissenschaftler:innen, Waldhüter:innen und Vertreter:innen lokaler Gemeinden.
  3. Analyse interner Dokumente, Forschungsberichte, Monitoringdaten, Kartenmaterial und Finanzflüsse.
  4. Vergleich mit internationalen Referenzdaten (z.B. Global Forest Watch, Planet Forest Carbon Diligence, MAAP Reports).
  5. Bewertung anhand internationaler Nachhaltigkeitskriterien, u.a. Additionalität, Permanenz, Transparenz und Messbarkeit.

Aufsteigender Nebel im Secret Forest: Mit dem Licht der aufgehenden Sonne erwacht das Leben in unseren Schutzgebieten in Peru

Ergebnisse: Nachweislich wirksamer Waldschutz.

  • Die von der Stiftung gesetzten Satzungsziele werden vollumfänglich erfüllt.

  • Die CO₂-Speicherleistung und der jährliche Zuwachs sind wissenschaftlich plausibel.

  • Die Zusätzlichkeit und Permanenz der Schutzprojekte sind nachweislich gegeben.

  • Unsere Schutzprojekte folgen einem ganzheitlichen Ansatz.

Die von der Stiftung gesetzten Satzungsziele werden vollumfänglich erfüllt.

„Wilderness International erreicht seine satzungsgemäßen Ziele in hohem Maße. Die Stiftung setzt den Schutz ökologisch wertvoller Wildnisgebiete erfolgreich durch rechtssicheren Flächenerwerb und langfristige Zweckbindung um.

 

Darüber hinaus fördert sie Bildung, Forschung, interkulturellen Austausch und den Transfer von Umwelttechnologien mit innovativen Projekten in Kanada, Peru und Deutschland. Die Maßnahmen sind breit aufgestellt, gut dokumentiert und zeigen eine wirksame Verknüpfung von Naturschutz, wissenschaftlicher Arbeit und gesellschaftlichem Engagement.“ – Rainer Kant, BAUM e. V.

 

Die CO₂-Speicherleistung und der jährliche Zuwachs sind wissenschaftlich plausibel

„Die Aussage von Wilderness International, dass in ihren Schutzflächen durchschnittlich 60 kg CO2/m2 gespeichert sind (entspricht 600 t CO2/ha), ist grundsätzlich plausibel. Sie liegt im oberen Bereich der typischen Werte für intakte Primärwälder in den Tropen und in gemäßigten Regenwäldern – und ist besonders dann realistisch, wenn, wie es im Falle von WI gegeben ist 1) alte, intakte Bestände geschützt werden, 2) Entwaldung oder Degradation ausgeschlossen ist und 3) ein gemischter Flächenansatz für Peru und Kanada gegeben ist. [...]

 

Die Behauptung von WI, dass Primärregenwälder weiterhin Kohlenstoff binden, ist forschungsbasiert und sachlich zutreffend. Ein Zuwachs von 3,02 t CO2/ha/Jahr (11 t CO2/ha/Jahr) liegt im Rahmen der Forschungsergebnisse für intakte Primärwälder. Der Verweis auf Cook-Patton et al. (2020) ist korrekt. Die Entscheidung von WI, den Zuwachs nicht zu bilanzieren, entspricht einem vorsichtigen und verantwortungsvollen Modellierungsansatz.” – Rainer Kant, BAUM e. V.

Die Zusätzlichkeit und Permanenz der Schutzprojekte sind nachweislich gegeben

Das Gutachten verifiziert, dass unsere Schutzprojekte 3 zentrale internationale Kriterien für Waldschutzprojekte erfüllen:

  • Additionalität: Der Schutz wäre ohne unser Schutzprojekt nicht erfolgt.
  • Permanenz: Es gibt eine langfristige Sicherung durch Eigentumstitel.
  • Leckagefreiheit: Durch den ganzheitlichen Ansatz, gibt es keine Verschiebung der Abholzung in Nachbargebiete.

Zum Qualitätskriterium der Additionalität besagt das Gutachten: “Durch die vielschichtigen Treiber der Entwaldung in Madre de Dios, und besonders in der unmittelbaren Nähe der Schutzgebiete von WI, ist die Additionalität des Projektes Tropenwaldschutz nachweislich gegeben.

 

Ohne den Kauf, die Unterschutzstellung und die vielfältigen Aktivitäten (Konzessionsflächen, Gebietskontrolle durch regelmäßige Patrouillen, Agroforst- und Schulprojekte etc.) ist anzunehmen, dass die geschützten Waldflächen zum jetzigen Zeitpunkt oder in den nächsten Jahren nicht mehr existieren würden.

 

Von der ursprünglichen Fläche des temperierten Regenwaldes sind in Kanada nur noch etwa 25% übrig. Diese letzten Gebiete werden von den Forstkonzernen zur Holzgewinnung, den Agrarkonzernen mit Ausweitung der Agrarflächen, Zersiedlung, Bau und Infrastruktur sowie dem Austritt Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll bedroht. Auch wenn die konkrete Bedrohungslage der WI-Schutzgebiete Misty Forest (Porcher Island) und Grizzly Forest (Toba Valley) aktuell eher als gering einzustufen ist, ist die Additionalität mit Blick auf den stark gestiegenen Logging-Druck in British Columbia eindeutig gegeben.” – Rainer Kant, BAUM e. V.

Unsere Schutzprojekte folgen einem ganzheitlichen Ansatz

Besonders hervorgehoben wird im Gutachten die Verknüpfung von Forschung, Umweltbildung und Kommunikation. Wir ermöglichen Forschungspartnerschaften (z.B. für eDNA- Drohnenmonitoring oder Mooranalysen) und übersetzen wissenschaftliche Ergebnisse in Umweltbildung:

 

„Wilderness International zeigt, wie Wissenschaft, Bildung und Schutzarbeit sich gegenseitig stärken können und so ein neues Verständnis von Verantwortung schaffen.“ – Rainer Kant, BAUM e. V.

Unser Schutzgebiet in Kanada: der Misty Forest  – ein temperierter, also kalter, Regenwald. 

Unser Konzept: Ein Dreiklang aus Schutz, Wissen und Bildung

Rainer Kant hebt unsere Organisation als „integriertes, systemisches Modell für modernen Waldschutz“ hervor: 

„Wilderness International verfolgt einen umfassenden Ansatz zum Schutz von Primärregenwäldern, der sich durch Integrativität, Systemdenken, Multidimensionalität, Interdisziplinarität und Ganzheitlichkeit auszeichnet. Die Organisation verbindet unterschiedliche Perspektiven, Methoden und Akteure miteinander, um ihre Ziele wirkungsvoll und nachhaltig zu erreichen. Dieser methodisch vielschichtige und moderne Naturschutzansatz stellt ein zukunftsweisendes Modell für den Schutz von Wildnisgebieten dar.”

Rainer Kant

Senior Referent BAUM e.V. 

Der integrative Ansatz zeigt sich darin, dass Wilderness International verschiedene gesellschaftliche Bereiche miteinander verknüpft: Umwelt- und Klimaschutz werden mit Bildungsarbeit, technologischen Innovationen und wirtschaftlichen Finanzierungsmodellen kombiniert. Unternehmen, Schulen, Wissenschaftler:innen und lokale indigene Gemeinschaften werden aktiv eingebunden, wodurch Synergien zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft entstehen.

 

Darüber hinaus arbeitet Wilderness International systemisch, indem sie ökologische Herausforderungen im größeren Zusammenhang versteht. Der Schutz eines Regenwaldstücks wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines komplexen ökologischen Netzwerks, das Einfluss auf das globale Klima, die Biodiversität und den Wasserhaushalt hat. Dieses systemische Denken ermöglicht es der Organisation, Maßnahmen so zu gestalten, dass sie langfristige und weitreichende Wirkungen entfalten.

 

Zudem agiert Wilderness International multidimensional, denn ihre Arbeit entfaltet sich auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig: ökologisch durch den Erhalt artenreicher Lebensräume, ökonomisch durch die Finanzierung über Flächenpatenschaften und CO2-Kompensationen, technologisch durch den Einsatz von Drohnen, Satellitenbildern und eDNA, sowie pädagogisch durch Bildungsprojekte in Schulen. Dadurch werden Umwelt- und Klimaschutz nicht nur praktisch umgesetzt, sondern auch erlebbar und nachvollziehbar gemacht.

 

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die interdisziplinäre Arbeitsweise. Wilderness International bringt Expert:innen aus den Bereichen Biologie, Geografie, Forst- und Umweltwissenschaft, Pädagogik, Informatik und Kommunikation zusammen. Diese Vielfalt an Fachwissen ermöglicht es, fundierte Entscheidungen zu treffen, innovative Lösungen zu entwickeln und komplexe Zusammenhänge verständlich zu vermitteln.

 

All diese Ansätze fließen schließlich in ein ganzheitliches Verständnis von Naturschutz ein. Wilderness International betrachtet nicht nur die ökologische Komponente, sondern auch die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Dimensionen.” 

Messbar & geprüft: Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz

Als Brücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Umweltpolitik ist BAUM e.V. eine wichtige Instanz, wenn es darum geht, Unternehmen an nachhaltiges Wirtschaften heranzuführen.


Das Gutachten zeigt deutlich, dass Unternehmen, die mit Wilderness International kooperieren, einen messbaren und geprüften Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten können. Insbesondere in den Bereichen können Unternehmen unsere Waldschutzprojekte strategisch in ihre Nachhaltigkeitsprogramme einbinden:

  • Biodiversität in ihre ESG-Strategien integrieren (CSRD / ESRS E4-konform)
  • Scope-3-Emissionen durch langfristige Naturprojekte kompensieren
  • Greenwashing vermeiden, da alle Flächen dauerhaft gesichert und transparent nachweisbar sind

„Der Schutz von Primärwäldern ist nicht nur Klimaschutz, sondern die effektivste Maßnahme, um ökologische Resilienz und Zukunftsfähigkeit zu sichern.“ – Rainer Kant, BAUM e. V.

Rainer Kant bei der Arbeit im Secret Forest, Peru. 

Deine Ansprechpartnerin
Marie Schreiber
Head of Science
+ 49 (0) 351 - 314 02 220

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