Expedition Kanada 2026: Dankbar im Herzen eines der wertvollsten Ökosysteme der Erde

Es gibt so Momente im Leben … , 

die den inneren Kompass wieder justieren und gerade rücken. Dieser Moment ist für mich die jährliche Expedition in ein Wildnisgebiet, wo ich mich unglaublich zuhause fühle und das ich durch meine Arbeit am Laptop in- und auswendig zu kennen glaube. Der Misty Forest in British Columbia, Kanada. Die Geokoordinaten und Luftbilder sind in mir fest verankert, wir sprechen in Meetings immer wieder über die beeindruckenden Kennzahlen und die globale Relevanz dieses Ökosystems des temperierten Regenwalds. Und einmal im Jahr bricht ein Teil unseres Teams auf, auf Expedition in diese unfassbare Wildnis. Zum dritten Mal darf ich Teil unserer Kanada-Expedition sein – und die Vorfreude ist jedes Mal genauso groß wie beim ersten Mal. Gemeinsam mit unserem internationalen Team aus Deutschland, Peru und Kanada, inspirierenden Botschafter:innen und engagierten Partnern gestalten wir diese Reise zusammen mit unserem Expeditionsleiter Tobi. Dem Ganzen gehen also einige Wochen intensiver Planung voraus, um alle Aufgaben und Erwartungen an die Expedition unter einen Hut zu bringen.

My magic place: Porcher Island. Ein Ort, dessen Schönheit sich für mich nicht in Worte fassen lässt.

Zwischen Forschung, Naturschutz und Abenteuer

Einmal im Jahr bricht unser Team zu einer Expedition in unser Schutzgebiet in Kanada auf. Unsere Mission ist dabei jedes Jahr gleich: Daten erheben, unsere Naturschutzmaßnahmen vor Ort kontrollieren und Pläne für neue Forschungsprojekte schmieden. Und trotzdem können wir nie zu hundert Prozent sicher sein, was auf uns zukommt. Hier komme ich ins Spiel. 

 

In meiner Rolle verantworte ich nicht nur zahlreiche Planungen und Timings vor Antritt der Expedition, sondern auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Botschafter:innen, die sich für den Schutz dieser majestätischen Wildnisgebiete einsetzen. Mit ihrer Hilfe schaffen wir es, den Wald – in all seinen atemberaubenden Facetten – noch mehr Menschen und Communities näherzubringen. Auf unseren Expeditionen stoßen also nicht selten Menschen aufeinander, die zwar auf dasselbe Ziel hinarbeiten – deren Backgrounds, Mentalitäten, Bedürfnisse oder Ängste häufig aber unterschiedlicher nicht sein könnten.  

Geht nicht, gibt's nicht!

Chris Hoffmann

Wilderness International, Head of Cooperations & Ambassadors

Doch auch diese Herausforderung liebe ich. Mein Credo: “Geht nicht, gibt's nicht!” Wir koordinieren die verschiedensten Abläufe und stimmen unzählige Details gemeinsam ab:

  • Wer ist wann mit wem unterwegs?
  • Welche Geschichten wollen wir erzählen?
  • Wer dokumentiert was – und mit welchem Equipment?
  •  ...

Expedition heißt zusammenhalten. Und genau das haben wir auch dieses Jahr getan. Ich liebe diese Mischung aus akribischer Planung, grenzenlosem Teamwork und dem Wissen, dass am Ende etwas entsteht, das Menschen bewegt.

 

Und nachfolgend möchte ich versuchen, einige dieser bewegenden Eindrücke aus zwei Wochen Kanada-Expedition mit euch zu teilen. 

Back to Basic

21. Juni 2016, 11:00 Uhr: Gemeinsam mit einer Gruppe staunender Menschen – ok – einige auch seekrank nach einer sehr welligen Überfahrt mit dem Boot – setze ich meinen Fuß erneut auf Porcher Island, einem Teil unseres Schutzgebiets Misty Forest. Weit abseits jeglicher Zivilisation ist es hier so unberührt, dass man die Stille fast hören kann. Und augenblicklich spüre ich wieder: Kein digitaler Datensatz kann jemals die Wucht dieser Wildnis in ihrer ganzen Realität abbilden. Ich bin dankbar und wünsche mir, dass alle Menschen dieses Gefühl einmal erleben könnten – von meinen Freund:innen über alle unsere Spender:innen bis hin zu Nachhaltigkeitsmanager:innen und Geschäftsführer:innen, aber dazu später noch mehr …

Weit weg von jeglicher Infrastruktur ...

Ankommen mit einem “All-Weather Vessel” Boot, unzählige 25 Liter Wasserbehälter und Duffle-Bags und Kisten ins Camp schleppen (wir könnten es auch als Boot-Camp “verkaufen”), Tarps gegen den unberechenbaren Wind und Regen spannen, Feuerholz für nächtelange Lagerfeuergespräche sammeln – und einschlafen zum Rauschen des Pazifiks an einem der wildesten Strände Kanadas. Und dann wäre da noch das Thema Essen. Dank unserer Expeditionsleitung Tobi („Nur wer etwas Vernünftiges im Magen hat, kann gut gelaunt und produktiv arbeiten.“) besteht unser Speiseplan nicht aus Tütensuppen und Dosenravioli, sondern überwiegend aus Gemüse, Wraps, Porridge, selbst gekochten Eintöpfen und Dank mir aus literweise frischem Zitronen-Honig-Ingwer-Tee. Dass unser Küchenteam im Grunde wir alle selbst sind, macht die Sache umso schöner (wobei der Dank fairerweise vor allem an Noel, Isi, Anna und Friederike geht). Ihr seht schon – Teamwork makes the Dream work. 

Wenn die Wildnis uns fordert

Auch dieses Jahr bringen die Erfahrungen in der Wildnis manche aus der Gruppe an ihre physischen und mentalen Grenzen. Doch genau darin liegt die Magie: Wenn wir diese extreme Remoteness gemeinsam meistern, uns gegenseitig unterstützen, Verständnis füreinander zeigen und am Ende ‚durchhalten‘, lernt man auch hier wieder viel über sich selbst. Rau und ungefiltert. Überwältigend. Wunderschön. Sorry für Pathos, doch wer einmal erlebt hat, wie eng Natur und menschliches Wohlbefinden miteinander verbunden sind, versteht, warum Wildnis so viel mehr ist als unberührte Landschaft. Sie erdet uns, schafft Klarheit und erinnert uns daran, was wirklich zählt.

Zuerst einmal: Danke. Dieser Moment auf dem Felsen steht für alles, was uns als Team ausgemacht hat: Vertrauen, Spaß, Durchhaltevermögen und das gemeinsame Innehalten, wenn man das Ziel erreicht hat. 

Die Wildnis ist die beste Schule. Deshalb nehmen wir auch unsere festangestellten Teammitglieder nach einer gewissen Zeit mit in unsere Schutzgebiete. Sarah ist jemand, die gerne mit anpackt und für andere da ist – oft ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben. Umso schöner war es, mitzuerleben, wie sie gemeinsam mit Cody den Misty Forest in diesem Jahr zum ersten Mal mit eigenen Augen erlebt hat. Was für sie bislang aus Karten, Satellitenbildern, wissenschaftlichen Berichten und zahlreichen Video-Calls bestand, wurde auf einmal lebendig. Und wer einmal durch diesen Regenwald gestiefelt ist, versteht unsere Arbeit auf einer völlig neuen Ebene – und trägt diese Erfahrung für immer in sich. Die Faszination reicht vom temperierten Regenwald über jahrtausendealte, metertiefe Moore bis hin zu den Tidal Pools – einem einzigartigen Übergangsraum zwischen Ozean und Land. Genau dieses enge Zusammenspiel macht den Misty Forest so außergewöhnlich: Während Fischotter an den felsigen Küsten nach Nahrung suchen, nutzen selbst die seltenen Küstenwölfe die Gezeitenzone, um Muscheln, Fische und angespülte Meerestiere zu jagen. Solche Momente verändern den Blick auf unsere Arbeit im Cooperations-Team. Aus Zahlen werden Landschaften. Aus Schutzgebieten werden Orte voller Leben. Und aus einer beruflichen Aufgabe wird noch mehr eine persönliche Verantwortung. Genau deshalb sind diese Reisen für unser Team so wertvoll – denn jede Entscheidung, jede Partnerschaft und jeder geschützte Quadratmeter bekommt dadurch eine Bedeutung, die weit über das hinausgeht, was sich in Wirkungsberichten oder Präsentationen ausdrücken lässt.

Diverses Team – diverse tierische Waldbewohner 

Unser Fokus bei Expeditionen liegt nach wie vor auf dem Ausbau des Biodiversitätsmonitorings: Unser Science-Team war unermüdlich viele Kilometer im Einsatz (Chris Ketola führt das Ranking eindeutig – wenn er Süßigkeiten für noch mehr Schritte bekommen würde, würde er es wahrscheinlich auf 50.000 Schritte pro Tag schaffen) und hat dabei zahlreiche Wildtierkameras ausgewertet und neu platziert.

Eine echte Premiere …

In diesem Jahr konnten wir hier auf Porcher Island unsere erste Unmanned Field Station errichten. Die vollständig solarbetriebene Station ist unser erstes Praxisexperiment für ein autarkes Monitoring-System mitten im Schutzgebiet. Sie erfasst ganzjährig ökologische Daten, ohne dass dauerhaft Menschen vor Ort sein müssen. So können wir Veränderungen im Ökosystem kontinuierlich beobachten, wissenschaftlich auswerten und die Erkenntnisse bald nahezu in Echtzeit mit Euch teilen. Möglich wird dies durch modernste Technologie: Eine Solaranlage versorgt das System mit Energie. Eine Wetterstation misst kontinuierlich Klimadaten, Audiorekorder erfassen die Geräuschkulisse des Waldes, und ein Hydrofon zeichnet die akustische Welt unter Wasser auf – von Walgesängen bis hin zu weiteren Unterwassergeräuschen. Über ein Starlink-System werden alle Daten aus der Wildnis übertragen und mithilfe von KI analysiert. Diese erste Unmanned Field Station zeigt, wie sich modernste Technologie und konsequenter Wildnisschutz verbinden lassen, um selbst in den entlegensten Regionen unserer Schutzgebiete wertvolle wissenschaftliche Daten erheben zu können. Was es dafür brauchte? Die Leidenschaft, Expertise und viele Stunden Vorbereitung, Tüftel- und Installationsarbeit vor Ort von Tom (Land Digitalization). Und natürlich die Finanzierung: Die Station ist Teil eines langfristigen Monitoring-Projekts, das durch die Audi Stiftung für Umwelt finanziert wird.

Und weiter hoch hinaus!

Zudem sind wir in diesem Jahr erstmals auch in Kanada in die vertikale Dimension des Waldes vorgestoßen: Gemeinsam mit den professionellen Baumkletterer:innen Sophie und Gabriel testen wir in über 25 Metern Höhe verschiedene Methoden des Baumkronen-Monitorings – dort, wo ein großer Teil ein Artenvielfalt lebt und gleichzeitig noch erstaunlich wenig erforscht ist. Wir wollen prüfen, welche Methoden unter den gegebenen Bedingungen machbar und sinnvoll sind, um sie langfristig in unser Monitoringkonzept in Kanada aufzunehmen. 

Für uns persönlich war der Aufstieg ebenfalls ein unvergessliches Erlebnis: Aus über 25 Metern Höhe eröffneten sich völlig neue Perspektiven auf den Regenwald – und mit etwas Glück konnten wir sogar Wale beobachten, die vor der Küste vorbeizogen. Ein beeindruckender Moment, der einmal mehr zeigte, wie eng Wald und Meer miteinander verbunden sind.

Starke Verbindungen mit den Menschen vor Ort

Zwei weitere wichtige Themen konnten wir auf dem Hin- und Rückweg der Expedition voranbringen. Ein Teil unseres Teams traf sich erneut mit der Homalco First Nation, um unsere langfristige Zusammenarbeit weiter auszubauen. Im Mittelpunkt standen der gegenseitige Wissensaustausch sowie die Frage, wie wir gemeinsame Umweltbildungsprojekte und den Schutz der Wildnis künftig noch enger miteinander gestalten können. Dieser Dialog ist für uns von zentraler Bedeutung, denn das über Generationen weitergegebene Wissen der First Nations ergänzt wissenschaftliche Erkenntnisse auf einzigartige Weise.


Außerdem nutzten wir die Reise für mehrere Land Rapid Assessments. Dabei bewertet unser Team potenzielle Schutzflächen direkt vor Ort: Es untersucht den ökologischen Zustand der Gebiete, dokumentiert ihre Schutzwürdigkeit und führt Gespräche mit privaten Landbesitzern, die ihre Flächen möglicherweise an Wilderness International verkaufen möchten. Diese Besuche bilden häufig den ersten Schritt auf dem Weg, wertvolle Wildnisgebiete dauerhaft unter Schutz zu stellen.

Bilder, die unsere Arbeit dokumentieren, sind essentiell.

Wie ihr Euch denken könnt, haben wir natürlich wieder eine Vielzahl an Umweltbildungs-Content im Wald und im Moor produziert, um unsere Spender:innen immer mit neuen, spannenden Eindrücken und Fakten der Wildnis und über unsere Arbeit versorgen und informieren zu können. Eines der Highlights für uns war dieses Jahr die Begleitung durch die Reporterin Imke de Vries von Pro7, die schon bald eine mehrteilige Reportage über unsere Arbeit veröffentlichen wird. Stay tuned. Außerdem wird natürlich abends nach den vielen Erlebnissen auch hier mit unseren Gäst:innen der neu gegründete Podcast “Wildbaden - der Expeditionspodcast” aufgenommen. 

Reporterin Imke De Vries schaut sich unsere Arbeit genau an und wird zu einem echten Teammitglied. Mit Chris Ketola und Claire geht sie unter anderem auf eine zweitägige Tour in eines unserer anderen Landstücke, um dort aktiv beim Ausbringen von Wildtierkameras mit anzupacken.

Der versteckte Schatz der Moore

Während diese Landschaften aus der Luft beinahe minimalistisch wirken, lagert ihr wahrer ökologischer Reichtum als gigantischer Kohlenstoffspeicher metertief unter der dicken Torfschicht. Die Moore von Porcher Island – lebendige Archive unserer Klimageschichte – gehören für mich zu den beeindruckendsten Orten überhaupt. Unter jedem Schritt liegen Jahrtausende Naturgeschichte und gewaltige Mengen gebundenen Kohlenstoffs verborgen. 

 

 

 

Moore speichern mehr Kohlenstoff als fast jedes andere Ökosystem der Erde, regulieren den Wasserhaushalt im Zusammenspiel mit den angrenzenden Wäldern und sind damit ein stiller, aber unverzichtbarer Verbündeter für unsere globale Klimastabilität. 

Mein persönliches Highlight – neben Wald und Moor selbst? Mit Kai und Cody loszuziehen. Die beiden sind wandelnde Lexika, und jede gemeinsame Tour fühlt sich an wie eine Masterclass in Wildnis. Vor allem Kai – unser Gründer, CEO und Forstwissenschaftler – schafft es immer wieder, die komplexen Zusammenhänge des temperierten Regenwaldes verständlich, begeisternd und mit einer ansteckenden Leidenschaft zu vermitteln. Kai hat diese seltene Gabe, aus einem unscheinbaren Stück Moos, einem umgestürzten Baum oder einer Handvoll Boden die Geschichte eines ganzen Ökosystems zu erzählen. Ich höre fasziniert zu und bin jedes Mal überzeugt: Diesmal bleibt alles hängen. Der Plan hält meistens bis zur nächsten Kurve im Wald – denn dort wartet schon die nächste unglaubliche Geschichte. Eine Stunde später eröffnet Kai bereits das nächste Kapitel aus der kompletten wissenschaftlichen Bibliothek, die er mit sich herumträgt. Ich habe inzwischen akzeptiert: Sein Wissensvorsprung ist kein Rückstand, den man aufholt – sondern ein Lebenswerk.

Erleben, lernen, schützen.

Genau diese intensiven Lern-Sessions bilden die Grundlage dafür, unseren Partnern unsere Arbeit transparent und persönlich anfassbar zu machen und warum ihr Engagement so unendlich wichtig ist. Mit dabei ist auf unserer Reise auch Manja Hoffner von der Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ die von Eckart von Hirschhausen gegründet wurde. Die Stiftung engagiert sich dafür, Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für den Schutz der planetaren Gesundheit und eine lebenswerte Zukunft kommender Generationen zu begeistern. Mit ihr und Teilnehmer:innen von langjährigen Partnern wie GERL., Bühnenkunst, MyMerch und HomeToGo streifen wir auf dieser Expedition tagelang durch das dichte Unterholz, entschlüsseln die faszinierenden Wechselwirkungen dieses einzigartigen Ökosystems und tauchen schließlich sogar in den eiskalten Pazifik ab. Zumindest Claudi und Dennis sind dabei die Abenteurer der Gruppe – ich würde sie u.a. auf jeden Fall als unsere Kaltwasser-Spezialeinheit bezeichnen. Zwischen riesigen Kelpwäldern erkunden sie eine verborgene Unterwasserwelt, die nicht nur atemberaubend schön ist, sondern zugleich zu den größten natürlichen CO₂-Speichern unseres Planeten zählt. 

Dieser Wald ist kein ferner Ort. Er ist Teil des Netzes, das uns alle trägt. Und wenn man einmal dort war, versteht man, dass der Schutz von Natur nichts Abstraktes ist, sondern ziemlich persönlich.

Manja Hoffner

Gesunde Erde – Gesunde Menschen, Leitung Kommunikation und Media

Unser Wissenschaftsteam hat es wieder geschafft, bei uns allen “dieses” Leuchten in den Augen zu entfachen, denn nichts ersetzt das eigene Erleben. Wer den Misty Forest mit allen Sinnen erfährt, nur uralte Bäume um sich hat oder durch jahrtausendealte Moore wandert – beziehungsweise darin tief (!) einsinkt – fühlt und versteht unmittelbar, warum diese Wildnis so schützenswert ist. Aus Neugierde, dem Wunsch beizutragen und diesem Erleben entsteht (hoffentlich 😉) eine echte langfristige Partnerschaft – und genau deshalb können unsere Botschafter:innen und Partner die Bedeutung dieser Wälder authentisch, fundiert und transparent weitertragen.

Erleben, Fragen stellen, Zusammenhänge verstehen und die Wildnis mit allen Sinnen erfahren – genau das macht aus Menschen überzeugte Botschafter:innen und lässt Wilderness International ein Stück weit zu ihrer eigenen Geschichte werden.

Unsere Botschafter:innen, werfen sich für Wälder wild ins Zeug!

Seit 2024 engagieren sich Yvonne Pferrer & Jeremy Grube bereits für Wilderness International. Auch in Peru haben sie unser Schutzgebiet schon auf eigene Faust besucht. Dieses Jahr waren die beiden im Rahmen ihrer Kanada-Tour für einige Tage bei uns und konnten nun insgesamt schon über 50.000 Quadratmeter Wald in Peru und Kanada mit ihrer Community schützen. Ihr rockt!

Yvonne und Jeremy in ihrem Element – beim Bestaunen der Natur- und Tierwelt! Inmitten unberührter Natur und Begegnungen mit Weißkopfseeadlern und Co. entdecken Yvonne und Jeremy immer wieder, wie wichtig es ist, das Kind in sich zu bewahren, das Glück und die Schönheit der kleinen Dinge im Leben neu zu schätzen.

Cindy ist seit dieser Expedition auch ein Teil der Wilderness-International-Familie. Sie zeigt auf ihrem Instagram-Kanal, wie sie ihr Haus renoviert, vermittelt dabei handwerkliches Wissen und setzt sich kritisch mit Geschlechterrollen – im Handwerk und darüber hinaus – auseinander. Gemeinsam mit ihrer Community setzt sie sich seit Juli für den Schutz des temperierten Regenwaldes in Kanada ein. Mit jeder Bestellung in ihrem Onlineshop wird der "Weil Frau Kan(n)ada Wald" automatisch immer größer – und damit für immer geschützt! Weil Frau eben kann. 

Ton ab! Cindy zu Gast bei Basti im Wilderness International Expeditionspodcast (Release Ende 2026). Als die beiden aufeinandertrafen, prallte Humor auf Humor wie selten zuvor – ich habe vor Lachen fast den Kaffee verschüttet … An der Stelle ein kurzes Danke für den Bauchmuskelkater und gleichzeitig auch tiefgründigere Gespräche. 

Sasan Amir war ebenfalls das erste Mal mit uns unterwegs, um ehrenamtlich für unsere Stiftung die Tierwelt des Misty Forests einzufangen – mit unendlich viel Geduld und Gespür für den richtigen Moment. Von Seeotter bis Weißkopfseeadler – seine Bilder erzählen Geschichten, die Menschen für den Schutz dieser einzigartigen Landschaft begeistern. Doch Sasan dokumentiert die Wildnis nicht nur – er hilft auch dabei, sie dauerhaft zu bewahren. Gemeinsam mit seiner riesigen Community schützt er ebenfalls den temperierten Regenwald und zeigt damit, dass inspirierende Bilder und konkreter Naturschutz Hand in Hand gehen können. Danke dafür.

Wenn plötzlich niemand mehr weiß, wo Sasan ist, ist das meistens ein gutes Zeichen: Dann sitzt er irgendwo perfekt getarnt und wartet auf den richtigen Moment für den nächsten Wildlife-Shot. Schön war’s mit dir. Und verdammt lustig obendrein.

 

Last but not least sind mir noch zwei Gedanken wichtig – insbesondere, weil ich hoffe, dass auch viele Menschen aus meinem beruflichen Netzwerk diesen Bericht lesen.

Warum schützen wir in Kanada – und nicht in Deutschland? Diese Frage bekomme ich ca. 10x pro Woche. Deshalb auch nochmal hier: Die Antwort ist ebenso pragmatisch wie wissenschaftlich eindeutig: In Deutschland existieren kaum noch echte Urwälder und keine zusammenhängenden Wildnisgebiete von global relevanter Größe. Unsere Wälder sind nahezu vollständig durch jahrhundertelange forstwirtschaftliche Nutzung geprägt. In Kanada – ebenso wie in Peru – gibt es hingegen noch intakte Primärwälder und jahrtausendealte Ökosysteme mit einer weltweit einzigartigen Artenvielfalt. Ihr Verlust wäre nicht nur eine ökologische Tragödie, sondern hätte globale Auswirkungen: Mit ihrer Zerstörung gingen unersetzliche Lebensräume verloren, gigantische Mengen gebundenen Kohlenstoffs würden freigesetzt und zentrale Ökosystemleistungen unwiederbringlich verschwinden. Besonders faszinierend ist dabei ein oft unterschätzter Aspekt: Intakte Primär- und Mischwälder verfügen über eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt und Eigenfeuchte. Dadurch regulieren sie ihr eigenes Mikroklima und sind unter natürlichen Bedingungen deutlich widerstandsfähiger gegenüber großflächigen Waldbränden als degradierte oder intensiv bewirtschaftete Wälder. Genau deshalb gehören diese letzten Wildnisgebiete zu den wirksamsten natürlichen Verbündeten für den Erhalt globaler Ökosystemleistungen, der biologischen Vielfalt und der Klimastabilität – vorausgesetzt, wir bewahren sie dauerhaft.

 

Mein zweiter Gedanke bzw. Wunsch richtet sich nochmal explizit an Unternehmen. Der Schutz biologischer Vielfalt und der Erhalt global bedeutender Primärwälder sollten nicht an den Rand eines CSR-Berichts gehören, sondern in den Kern einer zukunftsfähigen Unternehmensstrategie. Biodiversitätserhalt ist kein Nebenschauplatz der Nachhaltigkeit, sondern die Grundlage stabiler Lieferketten, resilienter Geschäftsmodelle und langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs. Deshalb freue ich mich auf viele weitere Gespräche – mit und ohne Lagerfeuer – über innovative, transparente und messbare Kooperationen, die echten Impact schaffen – für den dauerhaften Schutz bedrohter Lebensräume, den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Stabilisierung unseres Klimas. Denn am Ende geht es nicht nur darum, Natur zu bewahren. Es geht darum, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, von denen wir alle global abhängen.

Mein Wunsch an euch:

Deshalb freue ich mich auf viele weitere Gespräche – mit und ohne Lagerfeuer – über innovative, transparente und messbare Kooperationen, die echten Impact schaffen – für den dauerhaften Schutz bedrohter Lebensräume, den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Stabilisierung unseres Klimas. Denn am Ende geht es nicht nur darum, Natur zu bewahren. Es geht darum, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, von denen wir alle global abhängen.

Nach jeder Expedition komme ich mit einem breiten Grinsen zurück. Denn in der Wildnis liegt der Erhalt unserer Welt. Danke, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet habt.

 

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Autorin & Kotakt
Chris Hoffmann

Head of Cooperations, Ambassadors & Special Projects 

Große Bäume, im Nebel liegende Berge und Täler. Grün, soweit das Auge reicht – die Liebe zum Reisen und der Drang in der Wildnis zu sein prägt mich bis heute. Bei Wilderness International engagiere ich mich mit einem Teil meiner Zeit für die Bewahrung dieser Orte und den Schutz der Biodiversität. 

 

Die letzten 20+ Jahre habe ich im Bereich Marketing & Kommunikation bei Red Bull, Google und YouTube gearbeitet, Großprojekte und Community-Events geleitet, Kampagnen und Content kreiert und Creator-Kollaborationen initiiert. Ich hoffe, dass wir es u.a. durch die Stiftungsarbeit und wirkungsvolle Partnerschaften schaffen, die letzten 2,8% an intakten Landlebensräumen auf unserem Planeten für unsere und nachfolgende Generationen zu bewahren. Sie sind als weltweiter Hebel zur CO2-Bindung essentiell wichtig und einfach nur wunderschön.